Chronologie der Basler TWF

1962 Start der Trinkwasserfluoridierung (2. Mai)
1967 Erste (wissenschaftlich nicht stichhaltige) "Erfolgsberichte" durch den Leiter der Basler Schulzahnklinik, Dr. Gutherz. "Prognosen" von Dr. Gutherz über eine 66prozentige "Einsparung" an Kosten und Personal der Basler Schulzahnklinik in den zahnärztlichen Medien (Schweiz. Mschr. Zahnheilkunde), während er gleichzeitig eine bedeutende Aufstockung des Personals bei den zuständigen Verwaltungsstellen beantragt und dann auch erhalten hat. Das Personal wurde mindestens verdoppelt statt eingespart, die Kosten haben sich verdreifacht statt gedrittelt.
1971 Erstmals öffentliche Diskussion und Kritik an der Fluoraktion in der zahnärzlichen Literatur (Schweiz. Mschr. Zahnheilkunde), die sogleich von der Schweizer Zahnärztegesellschaft wieder abgebrochen wurde. Seither kann in den zahnärztlichen Medien keine Kritik an der Fluoridierung mehr veröffentlicht werden (weil diese den Zahnärzten "nichts bringt" ausser eine Verunsicherung durch für sie nicht verständliche mathematische Deduktionen).
1973 Kleine Anfrage betreffend TWF im Grossen Rat Basel-Stadt durch die Grossrätin Dr. R. Hernandez.
1974 Kontradiktorisches Expertengespräch im Gesundheitsamt Basel-Stadt unter Teilnahme von Dr. M. Schüpbach (Basel), Dr. M. Büttner (Basel), Prof. Maegelin (Basel), Prof. Ritzel (Basel), Dr. Schürer (Basel), Reg.-Rat Keller (Basel), Reg.-Rat Schneider (Basel), Prof. Marthaler (Zürich), Dr. Regolati (Zürich), als Fluorbefürworter und Prof. Rheinwald (Calw), Dr. Benz (Basel), K. Kreuzer (Flüh), R. Ziegelbecker (Graz) als Fluor-Kritiker.
1975 Nach weiteren Recherchen stellt das Gesundheitsamt Basel fest, dass der Beweis der Nützlichkeit der Fluor-Prophylaxe nicht erbracht und Nebenwirkungen nicht auszuschliessen seien und empfiehlt der Regierung in seinem ersten Entwurf zur Anfragebeantwortung (Anfrage Hernandez), die Trinkwasserfluoridierung einzustellen, was ohne Schaden für die Gesundheit der Zähne der Bevölkerung erfolgen könnte.
Gleichzeitig wird festgehalten, das Zahnkaries unbestritten keine Fluormangelkrankheit und daher Basel auch zu keinem Fluormangelgebiet gehören könne.
Nur wenige Monate später wurden in einer zweiten Fassung alle kritischen Ergebnisse und Wertungen herausgenommen und diese durch die üblichen zahnärztlichen Formulierungen aus der bekannten Fluorpropaganda ersetzt und von der Regierung dem Grossen Rat zur Anfrage Hernandez vorgelegt.
1976 Mehrere Grossräte (Hofer, Dunkel, Schwarz, Dübi, Krebs, Stebler, Bantle, Grosskopf, H>äring Mascarin, Gerster, Weder, Lachenmeier, Paravicini, Kaufmann, Vogt, Käsermann, Schmeitzky) verlangten daraufhin schon März 1976 erneut eine Überprüfung der Basler TWF.

Daraufhin fordert die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft in einer Resolution die Fortsetzung der Basler TWF.

Im April 1976 erstellt der jetzige Bundesrichter Dr. Martin Schubarth (Dr. Gerwig/Dr. Schubarth/Dr. Jucker) ein Rechtsgutachtenzur Basler TWF mit dem Ergebnis, dass,

  • für die auf einige Gemeinden in Basel-Land hinüberreichende Basler TWF keine Rechtsgrundlage besteht (weder auf kantonaler noch auf Gemeindeebene),
  • die TWF grundsätzlich einen Eingriff in die persönliche Freiheit darstellt,
  • die TWF auf Grund des Legalitätsprinzip bereits aus formellen Gründen unzulässig ist,
  • die TWF bereits unter dem Gesichtspunkt des mangelnden öffentlichen Interesses unzulässig sein dürfte,
  • die TWF zur Erreichung des angestrebten Zieles ungeeignet sein könnte und damit aus diesem Grunde verfassungswidrig wäre,
  • die TWF mit der Wesensgehaltgarantie unvereinbar ist,
  • die TWF mit dem Elternrecht und auch mit Art. 8 Menschenrechtskonvention kaum vereinbar ist.
1978 Der Basler Statistiker PD Dr. Zehnder übt in der Basler Zeitung heftige wissenschaftliche Kritik am Basler TWF-Experiment, sprich von fehlgeleiteter Versuchsplanung in Basel und macht deutlich, dass der erfreuliche Kariesrückgang in Basel bei weitem nicht der TWF zugeschrieben werden kann und jegliche wissenschaftliche Beweise für einen Nutzen der TWF fehlen.
1980 Erst 1980 beantwortet die Regierung den Anzug der Grossräte Hofer und Konsorten von 1976 mit einem Bericht des Regierungsrates, der offenbar hauptsächlich von den Zahnärzten Dr. Regolati und Dr. Büttner verfasst wurde, sich wieder vorrangig nur auf zum Teil längst widerlegte fluorbefürwortende Literatur stützt und die Kritik von Zehnder, Kreuzer, Z>iegelbecker am Basler TWF-Experiment und an den wissenschaftlichen Grundlagen der Fluoridierung unbeachtet lässt.
1984 weist die Arbeitsgruppe für alternative Gesundheitspolitik (Graz) in ihrem "Aufruf zum Widerstand gegen die programmierte Fluor-Verseuchung unserer Kinder, Mütter, Schwangeren und der Öffentlichkeit durch die Basler "Erfolgsberichte" über die TWF und auf die Tatsache hin, dass die Karies in Basel schon lange vor Beginn der TWF stark rückläufig war und der zweifellos erfreuliche weitere Kariesrückgang zweifelsfrei andere Ursachen hat als die TWF.
1986 teilt Regierungsrat Remo Gysin der ARGE für alternative Gesundheitspolitik in Graz mit, dass er weitere Abklärungen über die Basler TWF vornehme und auch eine eingehende juristische Überprüfung der TWF eingeleitet habe (Schreiben vom 24. Februar 1986 und vom 29. Mai 1986)

Angesichts der Basler Chemie- und Rheinkatastrophe von 1986 muss hier die Frage aufgeworfen werden, ob es sich bei diesen "Überprüfungen" der Basler TWF wieder nur um eine Alibi-Aktion handelt, die das Problem trotz rechtlich und wissenschaftlich klarer Sachlage nur vor sich herschiebt und so nicht den Interessen der Bevölkerung, sondern nur jenen der Basler chemischen und pharmazeutischen Industrie entgegenkommt.



Quelle: Aus einem Heft "Biologie"

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