Impfungen im Kindesalter. Ein kurzer Ratgeber

Seuchenschutzgesetz- Infektionsschutzgesetz
Zur Zeit (Juni 1998) wird im Deutschen Bundestag ein Infektionsschutzgesetz beraten. Es soll das alte Seuchenschutzgesetz ablösen, das nicht mehr zeitgemäß ist. Geplant sind Maßnahmen bei drohenden Seuchen. Allerdings zeigt der geänderte Name auch eine neue Richtung an: Es geht jetzt nicht nur um Seuchen im klassischen Sinn, sondern auch um Krankheiten wie die Masern.
Die Impfungen
Die Tetanus-Impfung
Die Impfung gegen Diphterie
Impfung gegen Keuchhusten
Die Polio-Impfung
Die Masern-Impfung
Die Impfung gegen Mumps
Die Röteln-Impfung
Die Impfung gegen Haemophilus Influenzae (HIB)
Impfung gegen Hepatitis B
BCG-Impfung (Tuberkulose)


In Deutschland gibt es zur Zeit keine Impfpflicht mehr. Auch die Pockenschutzimpfung wurde ja abgeschafft. Damit herrschen in Deutschland freiheitliche Verhältnisse wie in keinem europäischen Land. In Italien dagegen kann den Eltern vorübergehend das Sorgerecht entzogen werden, damit das Kind durch Anordnung der Polizei geimpft wird - so bei der Impfung gegen Hepatitis B. Wegen seines freilassenden Impfverhaltens wird Deutschland von den anderen europäischen Ländern kritisiert. Kürzlich haben sich die deutschen Gesundheitsbehörden einem europäischen Versuch zur Ausrottung" der Masern angeschlossen. Nun müssen die deutschen Bebörden Massnahmen ergreifen, weil sie unter Zugzwang stehen.

Zentrale Impfempfehlungen statt freier Entscheidung
In diesem Zusammenhang ist auch das geplante Infektionsschutzgesetz zu sehen. In Zukunft kann das Gesundheitsamt bei gehäuften Fällen von Masern Zwangsimpfungen anordnen. Dann ist es mit der Freiheit des Patienten vorbei. Möglicherweise ist das der Einstieg zu weiteren Maßnahmen, bei denen man bewußt bestimmte Grundrechte außer Kraft setzt.

Die Therapiefreiheit für Arzt und Patient wird Stück um Stück eingeschränkt. Das ist die Folge von zunehmend verbindlich ausgesprochenen Empfehlungen ärztlicher Gremien: In der Medizin gilt nicht mehr das freie Urteil von Arzt und Patient, sondern zum Beispiel die Meinung einer Impfkommission. Deren Urteil erklärt man für allgemeinverbindlich, der einzelne Arzt muß sich daran halten, auch wenn es keine gesetzliche Bestimmung ist. So war es kürzlich hinsichtlich der Schluckimpfung gegen Kinderlähmung. Daher ist es so notwendig wie noch nie, daß Patienten und Eltern sich ein eigenes Urteil über alle Fragen der Gesundheit bilden - wie zum Beispiel über die der Impfungen -, um sich dann selbst entscheiden zu können.

Zwischen Impfbefürwortern und ihren Gegnern werden die Argumente emotional ausgetauscht. Auch operieren manche Ärzte mit Angst, damit die Eltern ihr Kind nach Fahrplan impfen lassen. Besonders beim Impfen ist jedoch ein nüchternes Abwägen nötig.

Impfungen und ihre möglichen Folgen für die Gesundheit
Nach den geltenden Empfehlungen soll ein Kind bis zum 12. Lebensjahr insgesamt nicht weniger als 35 verschiedene Impfungen gegen 8 verschiedene Krankheiten erhalten.

Bereits mit 3 Monaten, bei der Vorsorgeuntersuchung, soll das Impfprogramm starten und der Säugling soll zwei Injektionen mit Kombinationsimpfstoffen gegen 6 Krankheiten erhalten. Das wiederholt sich mit 4 Monaten uncl zum dritten Mal mit 5 Monaten.

Auf der anderen Seite hat sich der allgemeine Gesundheitszustand der Kinder in den letzten Jahren verschlechtert. Wir sind bald ein Volk von Allergikern; Haltungsschäden, Zappeligkeit und Konzentrationsstörungen haben zugenommen, die Leistungsfähigkeit und die Infektabwehr haben abgenommen.

Zunächst ist ein Missverständnis auszuräumen: Bei den Bedenken gegen die gegenwärtige Impfpraxis geht es nicht in erster Linie um direkte Folgen der Impfungen. Notwendig ist es, die ganze Problematik umfassend ZU betrachten. Wie häufig in der Medizin verläßt man sich darauf, daß man keine sichtbaren Folgen sieht. Aber man rechnet in relativ kurzen Zeiträumen; bei nur wenigen Untersuchungen verfolgt man die Kinder länger als 5 Jahre. Doch muß man den ganzen Lebenslauf des Menschen berücksichtigen. Die folgenden Fragen werden in der wissenschaftlichen Diskussion zu wenig oder gar nicht gestellt:

  • Kann man das Risiko wirklich ganz abschätzen? Gibt es bei Impfungen Spätwirkungen im Lebenslauf?
  • Wird das Immunsystem überfordert, wenn Mehrfachimpfungen gegen zahlreiche Krankheiten an einem Tag erfolgen?
  • Gibt es nicht doch Vorteile, bestimmte Krankheiten durchzumachen, anstatt gegen sie zu impfen?

Die Impfpläne sind kurzsichtig
Zur Zeit werden lebenslange Impfprogramme mit noch unklaren Folgen gefordert. So geht man davon aus, daß die Masern in den nächsten Jahren ausgerottet sind. Nach den bisherigen Erfahrungen scheint das aber nur bei bestimmten Krankheiten wie der Polio möglich zu sein.

Es wurde erwähnt, daß bei den Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln keine Auffrischung durch eine Nachimpfung möglich ist. So haben Impfungen dazu geführt, daß große Teile der Bevölkerung in den USA keinen Schutz mehr gegen Röteln oder Masern haben. Damit besteht die Gefahr, daß man die Krankheit im späteren Lebensalter bekommt, wenn sie weitaus gefährlicher verläuft als in der Kindheit. Werden Masern, Mumps und Röteln jedoch durchgemacht, dauert die Immunität gegen diese Krankheiten praktisch lebenslang an. Auch für den Rest der Bevölkerung ist es notwendig, daß ein Teil der Kinder die Masern bekommt (siehe oben!).

Somit liegen die Verhältnisse ganz anders, als es von vielen Impfbefürwortern lautstark verkündet wird: Wenn ein Teil der Bevölkerung Impfungen gegen Kinderkrankheiten ablehnt, so daß die Kinder ihre Kinderkrankheiten durchmachen können, fördert das nicht nur die individuelle Entwicklung des einzelnen Kindes, sondern auch die Gesundheit der gesamten Bevölkerung.

Zudem ist es fraglich, ob nicht an die Stelle einer durch Impfungen ausgerotteten Krankheit eine andere treten kann. Das Beispiel der HlB-lmpfung weist in diese Richtung.

Mehr Allergien durch Impfungen?
Es ist zu befürchten, daß ein Überanstrengen des Organismus zum Beispiel durch Massen-lmpfungen ohne gleichzeitige Verbesserung der Regenerationskräfte in der Zukunft katastrophale gesundheitliche Folgen haben wird. Der starke Anstieg der Allergien in den letzten 20 Jahren ist vielleicht nur ein erstes Anzeichen zukünftiger Probleme.

Der Impfstoff wird mit seinen Bestandteilen, wie Konservierungsmittel oder Quecksilberzusätze, meistens in die Muskulatur gespritzt. Diese Regionen sind sonst vor Infektionen geschützt. Zugunsten des Impfschutzes wird der normale Schutzwall des Organismus, wie zum Beispiel die Mandeln, umgangen. Langfristige Folgen fur das Immunsystem sind daher möglich. So tritt eine Neurodermitis oftmals nach einer Impfung erstmals in Erscheinung.

Die zunehmende Zahl von Allergien sollte zur Vorsicht fuhren, auch wenn der Nachweis im Einzelfall schwer ist. Die medizinische Forschung arbeitet noch nicht an einem positiven Gesundheitsbegriff; Forschungsvorhaben zu langfristigen und lebenslangen Folgen von Impfungen sind derzeit nicht in Sicht, wahrscheinlich auch methodisch unmöglich. Daher sollte man die größtmögliche Vorsicht an den Tag legen.

Wird das Immunsystem überfordert?
Impfschäden treten zum Glück nur bei einem kleinen Teil der geimpften Kinder auf. Die Sofortprobleme sind vor allem Fieber und Beeinträchtigungen des Nervensystems. Relativ häufig ist das bei der Impfung gegen Diphtherie der Fall, aber auch bei der Impfung gegen Haemophilus-lnfluenzae und der Polio- lmpfung.

Zu wenig wird auch der Zeitpunkt von Impfungen und seine Auswirkung auf den Gesamtorganismus und dessen Entwicklung berücksichtigt. Mit 3 Monaten ist die eigene Immunitat eines Säuglings erst im Aufbau. Ob spätere Impfungen günstiger sind, ist nicht bekannt. Also fehlen die Erkenntnisgrundlagen für eine Massnahme, der alle Kinder unterworfen werden. Es ist bekannt, daß das kindliche Immunsystem bei den ersten hochfieberhaften Infektionen reift. Diese treten in der Regel erst in einem Lebensalter auf, in dem das Kind bereits seine ersten Impfungen erhielt. Kann bei frühen Impfungen nicht eine Uberforderung der kindlichen Immun-Abwehr stattfinden, deren Folgen heute noch nicht sichtbar sind? Vielleicht führen auch spater durchgeführte Impfungen zu einem besseren Erfolg? Die Kenntnisse darüber sind sehr gering, obwohl man die Impfung für alle Kinder zu diesen frühen Zeiten empfiehlt. Das muß dringend weiter erforscht werden!

Die Impfpläne sehen fur alle Menschen die gleichen Massnahmen vor. Es wird gar nicht der Versuch gemacht, ein individuelles Vorgehen zu erforschen. Alle Kinder sollen in der gleichen Lebenszeit gegen die gleichen Krankheiten geimpft werden, auch Frühgeborene. Ob das bei Frühgeborenen nicht langfristig zu Schäden führt, ist nicht bekannt. Leider wird dazu auch kaum geforscht.

Nach den Impfplänen impft man zahlreiche unterschiedliche Impfungen auf einmal. Ob diese Massierung von Impfungen zum selben Zeitpunkt negative Folgen haben kann, ist weitgehend unbekannt. Besonders bei dem herkömmlichen Keuchhustenimpfstoff waren Nebenwirkungen (sogenannte Enzephalopathien mit schrillem Schreien) häufig. Bei den jungst entwickelten "azellulären" Impfstoffen tritt dieses Problem seltener auf, ist aber nicht völlig verschwunden. In den nächsten Jahren werden vermutlich weitere Vielfachimpfstoffe entwickelt werden. Dann kann es zu neuen Nebenwirkungen kommen, die wir heute noch nicht kennen.

Ein neues Verhältnis zur Krankheit ist notwendig
Anders als frühere Generationen wächst heute ein Mensch in den reichen Industrieländern in einer Umgebung auf, in der Krankheit als störende Unterbrechung gilt - in der Wirtschaft und auch in der Medizin. Da es möglich erscheint, Krankheiten zu vermeiden, wird das auch praktiziert. Die Impfungen sind ein Teil dieser Strategie.

Viel zu wenig ist bekannt, wie sich Ereignisse der ersten Lebensjahre im höheren Alter auswirken können. Anthroposophische Ärzte haben gefunden, daß Menschen mit zahlreichen fieberhaften Krankheiten in ihrer Vorgeschichte seltener an Krebs erkranken.

Langfristig hat eine Impfung andere Folgen fur die Gesundheit, als wenn die Krankheit durchgemacht wird. Krankheit im Kindesalter ist durch Fieber gekennzeichnet, bei einer Impfung ist es unerwünscht und zählt zu den Nebenwirkungen. Doch ist Fieber gerade beim Kind ein wesentlicher Bestandteil fur die Gesundung. Im Unterschied zu den Krankheiten treten beim Impfen keine Ausschläge auf. Es fehlt der Prozeß der Heilung, die den Organismus wiederherstellt und sogar fördern kann. Der biologische Rhythmus, die Zeitgestalt der Krankheit, fehlt bei der Impfung völlig.

Bei jeder Krankheit im Kindesalter, die erfolgreich bewältigt wird, kommt es zu einem Fortschritt in der Entwicklung. Eltern und Lehrer können das besonders deutlich bei den Masern und dem Scharlach beobachten. Hierzu gibt es erste wissenschaftliche Ergebnisse: Uber 60% der Eltern schildern positive Wirkungen der Masern für die Entwicklung und die Gesundheit ihres Kindes.

Wir müssen es wieder lernen, Krankheiten als einen normalen Teil des Lebens zu empfinden. Unser Denken ist von der Maschine bestimmt, die nicht erkrankt. Dabei vergessen wir gern, daß die Maschine irgendwann verbraucht ist und ausgetauscht werden muß. Dagegen verfügt der Mensch über Lebensund Regenerationskräfte, die den scheinbaren Nachteil einer vorübergehenden Krankheit bei weitem ausgleichen.

Impfungen und Freiheit
Das im Deutschen Bundestag beratene Infektionsschutzgesetz schränkt die Freiheit des Bürgers für den Fall von Seuchen ein. Aber sind denn Masern wirklich mit gefährlichen Seuchen gleichzustellen? Es ist zu befürchten, daß wir mit diesem Gesetz eine Impfpflicht durch die Hintertüre bekommen. Damit wird aber die Freiheit des einzelnen elementar beschnitten. Die weitere Entwicklung muß wachsam verfolgt werden.


'' D. Lemann: Fieberkrankheiten und Tumorentstehung - ein altes Thema im Licht neuerer naturwissenschaftlicher Forschung, Der Merkurstab 1992, 45, 193-199.

'' K.-R. Kummer: Masernverlauf in einer Kinderarztpraxis, Der Merkurstab 1992, 45, 180-190

Offensichtlich befinden wir uns unfreiwillig mit den gegenwärtigen Impfprogrammen in einem weltweiten großen Experiment. Zu wenig ist uber das tatsächliche Risiko bekannt, dem alle Menschen unterworfen werden sollen. Globale Programme haben immer die Tendenz zur Entmündigung in sich. Wie auch immer Eltern sich entscheiden, für oder gegen eine Impfung ihres Kindes - sie müssen frei sein in der Entscheidung, wie sie für die Gesundheit ihres Kindes sorgen wollen.

Eine Voraussetzung dafür ist die volle und umfassende Information.

Eine aktuelle Auflage gibt es für EURO 2 bei:
Verein für Anthroposophisches Heilwesen e.V.
Johannes-Kepler-Strasse 56
D-75378 Bad Liebenzell
Dr. Karl-Reinhard Kummer
Juli 1998

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