Die Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis)
Keuchhusten ist eine typische Kinderkrankheit, doch sind oft Erwachsene die Überträger. Er beginnt mit einer schnupfenähnlichen Vorphase, in der die Kinder bereits infektiös sind. Allmählich entwickelt sich dann ein leichter Husten, der stärker wird. Langsam kommt es zu den attackenartigen Verläufen, die wie eine kleine Theaterszene zu beschreiben sind: Aus heiterem Himmel beginnt das Kind stossartig zu husten und wird hochrot im Gesicht. Die typischen Salven sind schon am Telefon zu erkennen. Vor allem wird eine Unmenge von weislichem Schleim in den Bronchien gebildet, der beim Husten hervorgebracht oder später erbrochen wird. Die Hustenstöße dauern immer länger an, so daß das Kind nicht atmen kann und tiefrot anläuft. Die Krankheit hat ihren Namen von dem ziehenden, jauchzenden Einatmen, das die Attacke abschließen kann.

Außer bei kleinen Säuglingen und bei schlechtem Ausgangs-Gesundheitszustand ist der Keuchhusten selten gefährlich, doch ist der lange Verlauf eine Anspannung für Eltern und Kind. Der Nachtschlaf der Eltern leidet; nach Keuchhusten in der Familie ist man urlaubsreif. Viele Eltern haben Angst vor dieser Belastung. Für alleinstehende Mütter, die berufstätig sein müssen, stellen sich existenzielle Fragen: Wie lange können sie der Arbeit fernbleiben? Da tröstet es auch nicht, daß schwere Verläufe, länger als 4 Wochen, selten sind. Diese Fragen sollte man aber nicht primär dem Keuchhusten anlasten, sondern der fehlenden sozialen Sicherung!

Keuchhusten ist nicht sehr infektios, die Ansteckung liegt bei etwa 30%. Lebensgefährlich ist er aber fur Neugeborene und kleine Sauglinge. Es gibt weder einen Leihschutz durch mütterliche Antikörper noch einen Schutz durch das Stillen. Auch der Impfschutz tritt erst nach der 3. Impfung, also nicht vor dem 6. Monat ein. Daher sollten die Eltern kleiner Säuglinge den Kontakt zu allen hustenden Kindern meiden. Wenn man im Keuchhusten als Kinderkrankheit keinen Sinn sieht, wird man versuchen, dagegen zu impfen. Andererseits gibt es viele Beobachtungen von Eltern und Ärzten, daß ein Kind durch den Keuchhusten wesentliche Fortschritte macht. Der Lungenbereich wird durchgestaltet, die Sprache häufig verbessert. Gelegentlich kann ein Stottern verschwinden, auch wird ein Asthma oft nicht negativ, sondern positiv beeinflußt. Zudem erlebt das Kind die Fürsorge der Eltern über lange Zeit, was ihm Sicherheit und Urvertrauen" vermittelt.

Bei den alten Impfstoffen wurde das Risiko der Impfung hoher eingeschätzt als das Risiko durch Keuchhusten. Der neue, sogenannte azellulare Impfstoff ist besser verträglich als die früheren, besonders treten Störungen des Nervensystems mit schrillem Schreien seltener auf. Die Impfung schützt aber nur einige Jahre, außerdem erreicht sie die gefährdete Altersgruppe unter 3 Monaten nicht. Meistens wird sie mit anderen Impfungen kombiniert, so daß eine Massierung von mehreren Impfstoffen an einem Tag vom Organismus zu verarbeiten ist, was ein Problem werden kann.


Eine aktuelle Auflage gibt es für EURO 2 bei:
Verein für Anthroposophisches Heilwesen e.V.
Johannes-Kepler-Strasse 56
D-75378 Bad Liebenzell
Dr. Karl-Reinhard Kummer
Juli 1998


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