Einige Überlegungen zum Functional Food

Functional Food
Functional Food ist der neuste Marketing-Schrei der Nahrungsmittelindustrie. Mit Zusätzen wie Vitaminen, Mineralien, Enzymen und essentiellen Fettsäuren werden Nahrungsmittel ergänzt und somit als gesund angepriesen. Da unsere industriell hergestellten Produkte kaum noch solche Substanzen enthalten, ist ein Schritt in diese Richtung bitter nötig. Leider steht bei diesen Produkten fast immer der kommerzielle Standpunkt im Vordergrund. Die Hersteller prognoszieren in den nächsten Jahren einen Milliardenmarkt.
Allergien und viele andere Krankheiten zwingen den modernen Menschen immer mehr auf seine Gesundheit zu achten. Auch die Krankenkassenprämien fördern einige Überlegungen zum Gesundheitsbewusstsein. Über den Sinn und Unsinn dieser neuen Produkte lässt sich natürlich streiten. Oft reduzieren andere Zusätze die gesunde Wirkung so stark, dass man diese Produkte kaum ohne schlechtes Gewissen als „besonders gesund“ verkaufen kann. Dazu gehört z. B. das Joghurt LC 1 von Nestlé, welches einen sehr hohen Anteil an Zucker enthält. Besonders bei Neurodermitikern erhöht der Zucker den Juckreiz. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Vitamine und vorallem Bakterien und Enzyme in solchen Produkten lange überleben. Auch andere Zusätze in diversen Produkten wie Konservierungsmittel oder Farbstoffe fördern das empfindliche Gleichgewicht der Darmflora kaum.

Die Natur als Vorbild
Den besten Functional Food bekommen wir, wenn wir möglichst naturnahe (nicht naturidentische) Produkte kaufen. Bei jeder industriellen Verarbeitung gehen Vitamine, Mineralien oder andere für den Körper wichtigen Stoffe verloren. Viele Reformhäuser bieten sehr gute Produkte an und können auch seriös beraten.

Das liebe Gesetz
Zur Zeit ist es in der Schweiz verboten, für Nahrungsmittel mit Argumenten der Gesundheit zu werben. Slogan wie „steigert das Wohlbefinden“ ist die Grenze des Erlaubten. Novartis, Nestlé und viele andere Lebensmittelhersteller versuchen jetzt das Gesetzt umzukrämpeln. Auch Novartis möchte mit seiner neuen Marke „Aviva“ mit heilenden Sprüchen werben. Bei solchen Gesetzesänderungen kann man dafür und dagegen sein. Einerseits fördert solche Werbung ein bewussteres Ernähren der Konsumenten und andererseits meinen viele Kunden, sie können ihre degenerierte Nahrung mit Functional Food ausgleichen und ernähren sich erst recht nicht mehr Naturbewusst. Zudem kann niemand garantieren, dass die Versprechen der Werbung auch eingehalten werden. Weil aber unsere Industrie auch das Gesetz schreibt, können wir uns bestimmt darauf verlassen, dass wir in den nächsten Jahren mit Sprüchen wie „Joghurt lindert Magenprobleme“ konfrontiert werden.


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